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Der
Hund als ein Teil lebendiger Natur hat sich im Alltag
vieler Menschen
einen festen Platz erobert. Sei es aus
Liebhaberei, aus beruflichen,
dienstlichen oder sonstigen
Gründen. Der Hund ist aus dem Leben des
Menschen nicht
mehr wegzudenken.
Die Haltung und der Umgang mit dem Hund sind zu einer
beliebten
Freizeitbeschäftigung vieler Menschen geworden.
Wichtig ist aber daran zu denken, dass der Hund ein Tier ist
und bleibt.
Der Hund erlebt die Umwelt auf seine Art und Weise. Es ist
daher ratsam,
sich mit dem spezifischen Verhalten des Hundes
zu beschäftigen.
ALLGEMEINES ZUR AUSBILDUNG
Auf dem Wege der Umwandlung des
Verhältnisses zwischen
Mensch und Hund zu einer Mensch-Hund-Beziehung
fließen
von beiden Seiten die unterschiedlichsten Anlagen und
Begabungen ein, die es vom Menschen zu lenken umzusetzen
gilt.
Dabei muss man sich vor Augen halten, dass der Hund
dem Menschen in
Einigem überlegen ist und umgekehrt.
Wie kann ich die Lernfähigkeit des Hundes schulen?
Die Lernfähigkeit des Hundes kann man durch kontinuierliche,
artgerechte
Spiele und Übungen fördern bzw. aufrechterhalten.
Warum eignet sich
eigentlich der
Deutsche Boxer besonders
als
Familienhund?
Gerade heute in unserer hektischen und gleichgültigen Welt
erobert der
Haushund auch Sozialbereiche.
Diese Hunde müssen mit modernsten Umwelteinflüssen gut
fertig werden,
müssen vom Wesen her tolerant und gutmütig
gegen Jedermann sein. Unser
Boxer wird diesen
Anforderungen in jeder Hinsicht gerecht. Er ist von Haus
aus
ein Hund mit ausgezeichneten Nerven. Diese Eigenschaft ist
auch
Ursache dafür, dass er als idealer Familienhund, als
hervorragendes
Kindermädchen, als zuverlässiger Kumpel
schlechthin gilt.
Was bedeutet Hundesport?
- Hund/Mensch - Bewegung - hält fit und gesund
- sportliche Betätigung in der Freizeit, mit Wettkampf-
erlebnissen im
Einzel- und Mannschaftswettbewerb
- ideale Möglichkeiten zu spontanen, spielerisch
aufgebauten sportlichen Handlungen mit dem Hund
- fördert soziale Fähigkeiten und führt Menschen aller
Altersschichten zusammen.
- ein Stück Lebensgemeinschaft Mensch/Hund
schafft Ausgleich vom Stress
Wie und wann beginne ich, meinen Boxer
auszubilden und zu erziehen?
Zuallererst müssen wir uns fragen, was Erziehung ist und
welches Ziel
damit verfolgt werden soll. Erziehung ist
Anpassung des
Hundes mit seinen noch vorhandenen Instinkten
und Trieben an unsere
Zivilisation und Umwelt, so dass wir
Menschen Freude daran haben und der
Hund dennoch
artgerecht gehalten wird.
Erziehung ist eine umfassende und dauerhafte Einwirkung
des Halters auf
seinen Hund vom ersten bis zum letzten Tag
mit dem Ziel, ein angenehmes
Zusammenleben im Alltag zu
erreichen.
Ob dies gelingt, hängt von uns ab.
Darum ist die Hundeerziehung in erster Linie ein menschliches
und kein
hundliches Problem. Dies gilt grundsätzlich auch für
die Ausbildung,
wozu ich die Formung zum Gebrauchs- und
Sporthund zähle.
Erziehen ist gleichzusetzen mit ausbilden.
Was heißt ausbilden?
Ausbilden heißt: Mit Hilfe eines Reizes den Hund zu einem
erwünschten
Verhalten zu veranlassen oder ihn von einem
unerwünschten Verhalten
abzubringen.
Gibt es aus der Sicht des Ausbildungswartes für
die Ausbildung
unseres Boxers einige
Ausbildungsgrundsätze?
JA
Die Ausbildung beginnt bereits bei der
Auswahl des
Hundes.
So wenig aus einem Ackergaul ein Rennpferd
wird, so wenig wird aus einem
ängstlichem Hund ein
Schutzhund.
Der Hund kann nur das Ausbildungsziel erreichen, für
das er die Naturanlagen besitzt.
Mangelhafte Anlagen
lassen sich durch Ausbildung nicht beheben.
Vorhandene Anlagen werden durch Ausbildung
gefördert und
gepflegt.
Daraus ergeben sich folgende Grundsätze:
- Das erwünschte Verhalten
muss sich an
der individuellen Wesensveranlagung des Hundes orientieren.
- Nicht jeder Mensch ist für die
Ausbildung von Hunden
besonders geeignet.
- Wenn man möchte, dass der Hund tut was
man von ihm
erwartet,
muss man ihm zuvor verständlich machen, was und wie
er
es tun soll.
- Die Erfahrungsbildung ist der
entscheidende Weg beim
Hund.
- Der Hund ist ein "Egoist". Er
tut aus eigenem Antrieb nur,
was ihm angenehm ist. Für ihn
Unangenehmes
unterlässt er.
Deshalb muss ihm klar gemacht werden, dass das was
er tun soll, sehr
angenehm ist und was er unterlassen
soll, für ihn unangenehm ist.
- Der Hund ist außerstande, den Zweck
einer von ihm
verlangten Übung einzusehen. Er reagiert auf Hör- und
Sichtzeichen, weil er mit den gegebenen Hör- bzw.
optischen Zeichen
etwas verknüpft.
- Mit Geduld, Ausdauer und Konsequenz sind
dem Hund
- durch Verknüpfung von Einflüssen (Reizen)
- unter vertrauensbildender Behandlung
- durch Übungsschablonen und Wiederholungen
die angestrebten Verhaltensweisen einzuprägen.
- Der Hund braucht Zeit, um Erfahrungen zu
sammeln und
im Gedächtnis zu speichern.
- Man sollte nicht zu schnell vorgehen.
- Der Hundeführer/Halter sollte seinem
Hund nie als
Schwächling gegenübertreten. Man zeigt ihm
Überlegenheit und Stärke - jedoch keinesfalls durch
Schläge oder
andere Strafen.
- Man sollte stets fair zu seinem Hund
sein.
- Der Hund verbindet jede Einwirkung auf
ihn mit dem
Augenblick des Einwirkens und dem jeweiligen Umfeld.
- Der Hund kann nur das, was er kennt.
- Das ausgewogene Maß, die angemessene
Härte und der
richtige Zeitpunkt der Einwirkung bestimmen den Erfolg
-
nicht die Vielzahl der Einwirkungen.
- Einwirkungen haben nur dann den
gewünschten Erfolg,
wenn der Hund sie vorher nicht wahrnimmt.
- Ausbildungseinheiten sollen von kurzer
Dauer sein und
sich häufig wiederholen. Übungswechsel und
Unterbrechungen halten den Hund bei Laune und lassen
ihn nicht
desinteressiert und gelangweilt werden.
Autor: Hans-Joachim Neubert
Ausbildungswart

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